Gnahahaha
Meilensteine / 31. Oktober 2016

Eineinhalb Jahre habe ich daran geschrieben, offiziell. Inoffiziell waren es vielleicht drei Monate. Immer wieder pausiert, immer wieder weg müssen, Arbeit, Zombies, Herzschmerz, Tod, Verzweiflung – kurzum, das Leben hat mich ziemlich hart behindert. Aber jetzt, jetzt is es fertig. Das gute Stück. Das beim Amrun Verlag erscheinen wird. Meine Dystopie. Europa als vereintes Reich. Die Großmacht mit den Guerillakriegen. Und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen wies ankommt. Obs ankommt. Obs was taugt, obs kacke ist. Ob mich Leser mit ihren eigenen Verbalexkrementen bewerfen oder ob ich gefeiert werde. Ob es tot geschwiegen wird, ob ich eine Fortsetzung schreiben darf… so viele Fragen – und ich kann es kaum erwarten.

Kapstadt, 1851
Uncategorized / 20. Oktober 2016

Im Castle of Good Hope war es still. Gespenstisch still. Der Morgen graute und nicht einmal die Angestellten, die die Festung in Stand halten sollten, waren emsig unterwegs. Es schien, als würde das Kastell dem Dornröschenzauber verfallen sein und schlafen. Doch je tiefer man in die Festungen drang, je näher man dem Gefängnistrakt kam, desto unheimlicher wurde das Gemäuer. Schreie, schrill und laut, unmenschlich und verzerrt, drangen aus den einzelnen Zellen und hallten von den Wänden wieder. Eiserne Jungfrauen, spanische Stiefel und Streckbänke waren in einigen Kammern aufgestellt. Dunkelheit zog sich durch die Gänge, verweigerte einen Blick auf die Gefangenen in ihren Zellen, bot den Folterknechten Schutz vor Blicken und die Tarnung, ihre sadistischen Fantasien auszuleben. In einer der tiefer gelegenen Folterkammern drangen Schreie und seltsame Geräusche nach draußen auf den Korridor. »Du kannst so viel schreien, wie du willst, kleines Mädchen! Keiner wird dich hören!« Die Stimme des Folterknechts klang rau, erregt. Die Dunkelheit, die Schatten in der Kammer schienen lebendig zu sein und mit jedem Lachen, das der Knecht ausstieß zu wachsen. Wie gierige Finger schienen sie nach den Gequälten zu greifen, ihren Schmerz aufzusaugen. Ein Feuer in der Mitte des Raumes spendete weder genug Licht noch Wärme,…