Lea
Stuttgart '21 / 13. Oktober 2016

Blut lief in einem dünnen Rinnsal ihren Arm hinunter. Sie tastete ihre Schulter ab, suchte die Stelle, an der das Blut herausfloss. Zwar blutete die Wunde über ihrem Schlüsselbein, aber offensichtlich war es nur eine kleine Fleischwunde. Warum hatte sie auch mit aller Macht versucht, über den Maschendrahtzaun zu klettern? Nur weil der Weg kürzer war und an den Militärstationen vorbeiführte? An den Sicherheitskontrollen und Überwachungstürmen? Sie fluchte – und hätte sich am liebsten im selben Moment dafür geohrfeigt. Eigentlich sollte sie es besser wissen: Ein falscher Laut, eine falsche Bewegung und sie würden sie finden. Sie jagen. Sie verfolgen. Sie fressen. Lea dachte oft an die Zeit, als die Welt noch in Ordnung gewesen war. Als ihr Vater noch lebte und ihr den Weg wies. Ihr zeigte, wo sie sich verstecken konnte. Doch das war schon lange vorbei. Er war tot. War ihnen zum Opfer gefallen. Hatte es getan, um Lea zu schützen. Gestorben, weil sie unbedingt in der Staatsgalerie übernachten wollte. Sie ein letztes Mal sehen wollte, bevor die Zone geschlossen wurde. Ein schlurfendes Geräusch, ließ sie herumfahren. Reglos verharrte sie, lauschte. Lea hielt den Atem an, zog aus der zerschlissenen Umhängetasche ihren Schutzumhang hervor und warf ihn…

Das Spiel von Licht und Schatten – Verloren
Romane / 13. Oktober 2016

  1 »Konzentriert euch! Euer Element, Eure Magie, der Ursprung Eurer Macht ist der Mittelpunkt, auf den Ihr Euch fokussieren sollt. Stellt ihn Euch als Kugel vor. Als Energieball. Nun stellt euch vor, wie Ihr Eure Hände nach dieser Energie ausstreckt, sie ergreift und Euch zu eigen macht.« Leoth, ein großer, löwenartiger Mann mit glühenden Augen, in denen unaufhörlich sein Element loderte, schritt zwischen seinen Lehrlingen hindurch. Der strenge Gesichtsausdruck und die züngelnden Flammen seiner Magie um seinen Kopf verstärkten die Aura der Macht, die ihn umgab. Seine Stimme, kräftig und mit hypnotisierender Wirkung, machte ihn als Lehrmeister besonders, da sich keiner seiner Schüler der Anziehungskraft entziehen konnte. Es schien, als hätten sie gar keine andere Wahl, als seinen Anweisungen zu folgen. Abgesehen davon wurde er es niemals müde, immer und immer wieder auf die Gefahren hinzuweisen, die Ungehorsam mit sich brachte, und die verheerenden Folgen aufzuzählen, so dass sie nie in Vergessenheit gerieten. Wenn die Macht eines Magiers außer Kontrolle geriet, so verzehrte eben jene Kraft alles Leben im Körper des Zauberers und ließ eine vertrocknete, sterbende Hülle zurück. Daher legte Leoth besonderen Wert auf die Disziplin und Kontrolle der Magie, um seinen jungen Schülern solch ein Schicksal zu…

Warten auf Antwort – Geduld ist eine Tugend, aber nicht eine der meinen
Meilensteine / 13. Oktober 2016

Okay, ich habe sie abgeschickt. Elf Bewerbungen und bei drei wäre ich echt traurig, wenn’s nicht klappen würde. Jetzt heißt es warten – und es gibt nichts Schlimmeres; abgesehen von einem 2000 Wort-Text über Juwelierseide. Ich hasse es, zu warten. Egal, in welcher Situation. Meistens bekommt man nicht einmal eine Absage und checkt Tag ein, Tag aus die Emails und hofft auf Antwort, die nicht kommt. Daher muss Ablenkung her. Reden wir über Meilensteine. Meine Meilensteine, die ich noch erreichen will, sind recht überschaubar. Und keiner hat mit der großen Liebe, Heirat oder anderem Käse zu tun. Aktuell sieht es so aus: nach acht Jahren mal wieder Urlaub machen mein aktuelles Buch fertig schreiben und die bisher dreimal verschobene Deadline einhalten meine verkackte Bachelorarbeit schreiben endlich eine größere Wohnung finden oder meiner Nachbarin Trompete spielen beibringen einen Erwachsenenjob bekommen und ein festes Mitglied der Erwachsenenwelt werden mit einem Psychologen über die vielen Ehen meiner Eltern sprechen  und analysieren, wie sehr mich das beeinträchtigt russisch lernen, damit mir das keiner mehr bei einer Bewerbung vorwerfen kann   Wie sieht’s denn bei euch aus?

Textproben. Darf’s ein wenig anders sein?
Meilensteine / 13. Oktober 2016

Okay, die erste Hürde, einen 2000-Wort-Text über Juwelierseide (da muss ich das doch glatt erst mal googlen) habe ich geschafft. War hart, ging aber. Den zweiten Text … sagen wir, ich hatte damit meine Schwierigkeiten, bin aber stolz, mal meinen faulen Hintern hochbekommen zu haben. Ich wollte innovativ, anders, mutig und kreativ sein – und vor allem hervorstechen. Letzteres ist mir sicher gelungen – ich mein, welcher durchgeknallte Texter schreibt eine Arbeitsprobe im Tagebuchstil?! Ich weiß nicht, was mich dazu geritten hat, aber – ja, ist halt jetzt schon so. Einmal durch die Rechtschreibprüfung gejagt und raus damit. Sonst schick ich die nie ab. Obs was gebracht hat, auf eine sehr spezielle Karte zu setzen, wird sich zeigen. Aber mal ehrlich? Muss man heutzutage nicht ein wenig Mut zum Andersartigen beweisen, um aufzufallen? Und damit meine ich NICHT, dass man in seinen Bewerbungen nackt rumspringen sollte – außer es passt zum Job.   Und wie sieht das dann aus? –> SO!textprobe-social-media-management-work

Bewerbungen, Bewerbungen, wir brauchen mehr Bewerbungen
Meilensteine / 13. Oktober 2016

Seien wir ehrlich, es gibt nichts Anstrengenderes, nichts Nervenverzehrenderes als Bewerbungen schreiben? Ich bin schon immer fertig mit der Welt, wenn ich potentielle, für mich interessante Jobs rausgesucht hab. Dann schau ich mir stolz meine Ausbeute an und denke mir „ja, auf die bewirbst du dich. Heute – morgen – wenn du halt Zeit hast.“ Und genau das ist mein Problem. Ich habe nie Zeit. An sich ja schon, aber ich bin echt miserabel darin, meine Zeit so zu managen, dass ich alles unter einen Hut bekomm. Man muss dazu sagen, dass ich seit dem April 2015 nicht mehr in der Uni war (wozu auch?), 5x die Woche als Kellner arbeite, nebenher schreibe, lektoriere, übersetze und irgendwie auch noch das allgemein beliebte Socialsing unterbringe. Wann also soll ich denn da bitte Bewerbungen schreiben? #unmöglich Und dennoch – es ärgert mich immer, wenn dann einer dieser Jobs weg ist und ich meine Chance verpasst hab. Ich sehe daher diesen Blog als Motivation, meinen Arsch hochzukriegen. Immerhin will ich nicht ewig kellnern (was ich schon seit drei Jahren sag) und ich hab gehört, geregelte Arbeitszeiten sind richtig geil (man munkelt darüber zumindest, als Kellner/Barkeeper sind das allerdings Wunschvorstellungen). Here we go –…